Mobilität

Mobilitätsmix: Anreize statt Verbote schaffen

Wir wissen nicht, wann und mit welchen Auswirkungen auf unser aller Leben die Corona-Zeit enden wird. Doch haben die vergangenen Monate gezeigt, dass wir auf individuellen Verkehr nicht verzichten können – sei es das Pendeln zur Arbeit, das Einkaufen im Zentrum oder der Lieferservice nach Hause.

Wir brauchen Mobilität, die zu unseren Lebensgewohnheiten passt und die gleichzeitig umweltverträglich ist. Mein Ziel ist es deshalb, einen vernünftigen Verkehrsmix in dieser Stadt hinzubekommen. Ich möchte die Verkehrswende durch Anreize und eine attraktivere Gestaltung alternativer Mobilitätsarten herbeiführen, wie im Mobilitätskonzept beschrieben.

Mir ist klar, dass dies mitnichten von heute auf morgen zu realisieren ist. Denn wir gestalten keinen Verkehrsübungsplatz auf der grünen Wiese, sondern planen inmitten einer bestehenden Infrastruktur. Aber wir können an vielen Schrauben drehen:  Fahrpläne, Verkehrsmittel, Ampeln, Verkehrsführung, Parkleitsysteme, Radwegenetze und Straßen in Bergisch Gladbach müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass flexible Mobilität für alle möglich wird. Dabei können uns innovative digitale Lösungen unterstützen.

Dafür will ich mich mit ganzer Kraft und langem Atem einsetzen. Und ich bin mir sicher: Je konsequenter wir einen fairen Interessensausgleich zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern anstreben, desto schneller werden wir dieses große Ziel erreichen. Individuelle Mobilität - zu jeder Zeit ein hohes Gut.


  1. Verkehrsfluss im Stadtgebiet: Ich werde die Verkehrsflüsse in unserer Stadt durch ein innovatives und zentral gesteuertes „lernendes“ Verkehrsleitsystem optimieren. Vom neuen dynamischen Parkleitsystem, welches die CDU für Bensberg fordert, erwarte ich eine Verbesserung des Parksuchverkehrs. Führt dieses Pilotprojekt zum Erfolg, setze ich mich für vergleichbare Lösungen in anderen Stadtteilen ein.
  2. Parken entlang der Hauptverkehrsstraßen werde ich dort einschränken, wo Verkehre behindert werden. Der individuelle und öffentliche Verkehr muss besser fließen. Und: Keine Müllabfuhr-Dienste mehr entlang unserer stark frequentierten Straßen zu den Hauptverkehrszeiten.
  3. Ich unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK), die den weiteren ÖPNV-Ausbau und die Umrüstung der Busflotte auf umweltschonende Technologien (z.B. Wasserstofftechnik) verfolgen. Der Rheinisch-Bergische Kreis sieht 9,4 Millionen Euro vor, um die Ticket-Preise im Nahverkehr zu senken. So würde beispielsweise ein 1-Euro-Ticket für Kurzstrecken von Ortsteil zu Ortsteil den ÖPNV für viele nachhaltig attraktiver machen.
  4. Radwegenetz: Mein Ziel ist die lückenlose Verbindung unserer Stadtteile und eine bessere Anbindung an die Nachbarkommunen. Das erfolgreiche Modellprojekt „Rad macht Schule“ rund um die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP) soll deshalb auf weitere Schulstandorte übertragen werden.
  5. Die Mobilstationen in Bensberg und Bergisch Gladbach werden gut angenommen. Der leichte Wechsel zwischen Fahrrad, Auto, Bahn und Bus soll auch in Herkenrath und Schildgen durch weitere Mobilstationen möglich werden. Zudem werde ich die stark genutzte Radstation am S-Bahnhof weiter ausbauen.
  6. Park & Ride an S-Bahn-Stationen entlasten die städtischen Straßen durch weniger Autoverkehr. Dieses Parkangebot werde ich erweitern – möglichst nicht durch die Erschließung zusätzlicher Flächen, sondern durch den mehrstöckigen Ausbau mit weiteren Parkplätzen. Und wofür ich mich seit geraumer Zeit einsetze:  Der Ausbau des durchgängigen zweiten S-Bahngleises der S11 nach Köln muss kommen.
  7. Sichere Straßen sind wichtig. Deshalb werden 10 Millionen Euro zusätzlich in die Instandhaltung unserer Straßen und der Radwege investiert.
  8. Ausbau der L 289: Die Staustrecke von Spitze über Moitzfeld zur A 4 soll ausgebaut werden. Erst danach werden Bebauungspläne für die im FNP ausgewiesenen Flächen in Herkenrath eingeleitet.
  9. Der Autoverkehr soll umweltfreundlicher werden. Deshalb wird die Anzahl der Ladestationen für E-Autos innerhalb der nächsten zwei Jahre deutlich erhöht.
  10. Für eine Verlängerung der Linie 1 möchte ich - ergänzend zur Strecke über Moitzfeld nach Spitze - eine möglichen Trassenführung entlang der A4 bis Untereschbach prüfen. Im Hinterkopf habe ich dabei auch die Erschließung neuer Gewerbegebiete (Mitteleschbach).