Zanders-Areal

Die Stadt neu denken

Das 38 Hektar große Zanders-Areal im Herzen von Bergisch Gladbach bietet uns die historische Chance, Leben, Wohnen und Arbeiten in unserer Stadtmitte neu zu denken und zu gestalten. Da die Sicherung der Papierfabrik – auf knapp 2/3 der gesamten Fläche verteilt – und die damit verbundenen 400 Arbeitsplätze Priorität haben, geht es zunächst darum, die angrenzenden Flächen zur Innenstadt hin neu zu entwickeln, was bereits eine große Aufgabe für die nächsten Jahre ist. Für den nicht gewünschten Fall einer Stilllegung der Papierfabrik, wird schon jetzt die Entwicklung des gesamten Industrie-Areals als „Plan B“ mitgedacht, um auf eine einheitliche Planung zurückgreifen zu können. 

Die Planungsvoraussetzungen sind gut: Das Grundstück gehört der Stadt, eine städtebauliche Förderung im Rahmen der Regionale 2025 ist auf den Weg gebracht und eine intensive und transparente Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aufgesetzt. Ein dynamischer Prozess beginnt: Als Bürgermeister werde ich ihn mit Leidenschaft und Beharrlichkeit nach vorne bringen.


  1. Wohnen in allen Facetten: für Familien und Singles, für jung und alt, von bezahlbar bis anspruchsvoll, von klassisch bis kreativ, von interkulturell bis integrativ – Loftwohnungen in alten Industriebauten, Mehrgenerationenhäuser und barrierefreie Stadtwohnungen mit Blick in den denkmalgeschützten Büstenpark oder auf die Strunde. Ein Stadtquartier für alle, in dem möglichst viele Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben und teilnehmen können – mit bedarfsgerechter und für Stadt und Stadtgesellschaft finanzierbarer Infrastruktur.
  2. Hochschulstandort Bergisch Gladbach und die Verbindung von Wissen und Wirtschaft: Sei es eine Campus-Erweiterung der FHDW oder die Ansiedlung einer weiteren Hochschule. Mit geeigneten Flächen für die Ansiedlung von wissensbasierten Unternehmen, so genannten Spin-offs, die sich aus Universitäten ausgründen, schaffen wir Bildungs- und Innovationsräume und Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter.
  3. Vielfältige und wettbewerbsfähige Branchenstrukturen sind die Grundlage für Erwerbstätigkeit und breiten Wohlstand. Ich stelle mir Gewerbeflächen vor, die flexible Nutzungen erlauben – sei es durch kleine und mittlere Handwerksbetriebe oder Startups aus der IT-, Beratungs- oder Medienbranche. Auf der anderen Seite aber auch moderne Bürogebäude, die tagsüber die Besucherfrequenz im Stadtgebiet erhöhen und den Handel beleben.
  4. Mit unserer Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen wir ein attraktives Umfeld für Anwohner, Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte und ihre Familien. Ein Atelierhaus neben einer Buchhandlung und einem Straßencafé oder Restaurant, gleich neben dem Park mit Blick auf den Kinderspielplatz, das Museum oder vielleicht die Musikschule. Und abends dann in die neue Zanders-Eventhalle. Hier finden nicht nur Festivals, Konzerte und große Feiern statt. Tagsüber kann man hier in Café und Restaurant Mittagspause machen, Co-Working-Spaces oder Räume für Seminare oder Besprechungen buchen.
  5. Für mich selbstverständlich sind grüne Erholungsflächen, eine offengelegte Strunde, begrünte Dächer, wo möglich Solaranlagen, blühende Vorgärten, Tiefgaragen für Autos, eine Obstwiese und neuer Baumbestand.
  6. In der Mittagspause eine Runde durch den Park, mal schnell nach Hause, sich im Lieblingsviertel zum Essen verabreden, mal rüber in die Hauptstraße, um was zu erledigen, oder auf einen Kaffee nach Bensberg. Heute zu Fuß, morgen mit dem Bus und übermorgen mit dem Rad oder mit dem Auto. Alles möglich über eine gut organisierte, immer umweltfreundlicher werdende Mobilität.
  7. Die alten Fabrikgebäude, Schornsteine, Dampfspeicher und Werkstätten sind Teil unserer Geschichte.  Das hat eine ganz besondere Qualität und mit Heimat zu tun. Es ist gut, dass der Denkmalschutz die Nutzung dieser geschichtsträchtigen Gebäude ermöglicht, aber zugleich darauf achtet, dass diese naturgetreu für künftige Generationen erhalten bleiben.